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2010-03-15

Heartcore - Gedichte

Heartcore - Gedichte
Albert Ostermaier

Albert Ostermaiers Gedichte sind Polaroids der Gegenwart, sie feiern den Moment und sind dennoch
on the run. Sie schlagen den Bogen zwischen dem Chaos Kalkuttas und der Wüsteneinsamkeit des Death Valley, sie intonieren den harten Rhythmus der Städte ebenso wie die Melancholie nicht enden wollender Landschaften, die Hektik der Metropolen und die nervöse Statik großer Gefühle. Jenseits von Idylle und Zynismus können plötzlich hart und Herz eines sein, kann ein Liebesgedicht mit größter Zärtlichkeit sprechen vom metall/ im mund kalt wie der diamant/ auf deiner zungenspitze/ den du an meinen zähnen/ scharf geschliffen hast. Manchmal wird das Sprechen zum Flüstern kurz vor dem Schweigen, nicht selten auch zum Schreien. Fast immer eignet diesen Texten etwas Gestisches, kein Wunder bei jemandem, der in den letzten Jahren auch als Theaterautor Furore gemacht hat. Politische Themen finden sich neben Privatestem wie selbstverständlich, wie naturnotwendig: solang der mond noch/ voll ist wie die welt & man/ bevor sie schlecht sind/ menschen schlachten/ kann solang wird ich nicht/ fertig sein mit euch & dem/ regen mein abc einpauken, heißt es etwa in der Brechthommage face fatzer. Die Texte diese Bandes werden in einer dramatisierten Fassung im November 1999 auf die Bühne des Marstalls/ Bayrisches Staatsschauspiel gelangen. Eine BR-Hörfassung, in der die lyrischen Szenen auf klassische Klänge, auf Techno, Ambient und Pop treffen, liegt dem Band auf CD bei.

von drei millionen drei // Buchtipp des Tages

Von drei Millionen drei. (Broschiert)

von Leonhard Frank (Autor)
1932

Klappentext: Obwohl es um Schicksale aus bitterböser Zeit geht, erzählt sie Leonhard Frank wie ein Märchen. Drei sind ausgezogen, ihr Glück zu suchen. Es sind brave, ehrbare Leute, ein bisschen naiv, gelegentlich schlitzohrig, und wenn sie betteln, erröten sie vor Scham. Dann aber geschieht das Wunder: eine Hundertpfundnote setzt das Abenteuer in Gang, und eines Tages stehen sie in weißen Anzügen auf dem Deck eines Ozeandampfers. Wird sich ihr Jugendtraum Amerika erfüllen und vielleicht auch die Hoffnung auf ein gutes Leben? Was sie erwartet, übersteigt alle ihre Vorstellungen. LEONHARD FRANK wurde am 4. September 1892 in Würzburg geboren. Sein Vater war Schreiner, er selbst ging zu einem Schlosser in die Lehre, arbeitete als Chauffeur, Anstreicher, Klinikdiener. Talentiert, aber mittellos, begann er 1904 ein Kunststudium in München. 1910 zog er nach Berlin, entdeckte seine erzählerische Begabung und verfaßte seinen ersten Roman, „Die Räuberbande", für den er den Fontane-Preis erhielt. Im Kriegsjahr 1915 musste er in die Schweiz fliehen: Er hatte Zivilcourage gezeigt und handgreiflich seine pazifistische Gesinnung kundgetan. Hier schrieb er Erzählungen gegen den Krieg, die 1918 unter dem berühmt gewordenen Titel „Der Mensch ist gut" erschienen. Von 1918 bis 1933 lebte er wieder in Berlin, nun schon als bekannter Autor. 1933 musste er Deutschland erneut verlassen, diesmal für siebzehn Jahre. Die Stationen seines Exils waren die Schweiz, England, Frankreich, Portugal und zuletzt Hollywood und New York. 1952, zwei Jahre nach seiner Rückkehr aus den USA, veröffentlichte er den autobiographischen Roman „Links wo das Herz ist". Leonhard Frank, „ein Gentleman, elastisch, mit weißen Haaren, der in seinem langen Leben alles gehabt hat: Hunger, Entbehrung, Erfolg, Geld, Luxus, Frauen, Autos und immer wieder Arbeit" (Fritz Kortner), starb am 18.August 1961in München.

2010-03-11

Buchtipp des Tages

BOMBEL - Miroslaw Nahacz
Czarne 2004



Klappentext

Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall. Bombel sitzt mitten in seinem Dorf an einer Bushaltestelle und redet mit sich selbst: über einen Ausflug in die Slowakei, über Zigeuner, Fische, ein ausgebrochenes Feuer, eine Überschwemmung. Bombel erzählt sich Geschichten vom Leben und vom Tod, von Träumen und Enttäuschungen, von sonderbaren Freundschaften und dem Sonderbarsten überhaupt: dem eigenen Ich. Bombel ist ein lustiges und trauriges, ein ungebärdiges und irritierendes Buch, etwas Singuläres wie etwa Jerofejews "Reise nach Petuschki" oder Bohumil Hrabals "Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene". Bombel ist eine Arie des Widerstands, die jeder, der einmal einsam war, schon gesungen hat.