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2010-05-31

"SINUS" - elektronische Theaterperformance


SINUS


„Sinus - Das Leben ist ein Zustand von Lampenfieber, weil es nicht Gewiss ist welche Rolle wir spielen werden“


Die Theaterperformance „Sinus“ ist Versuch die Höhen und Tiefen eines jungen Lebens darzustellen. Junge Menschen lassen sich von elektronischer Musik führen, dessen Tempi und Rhythmus, Gemüt und Verstand bestimmen. Doch sind dies musikalischen Genres, des minimal-Techno und Elektro nicht die einzigen Wegweiser des Abends: Chorisch werden Texte live gesemplet, diese verschaffen dem Zuschauer einen situativen Fokus.

Die darstellenden Jugendlichen haben sich während der Probezeit durch einen Tunnel der Literatur der Beat-Generation und der Dunklen 1920ziger gegraben, um sie mit persönlichen Erfahrungen zu vergleichen. Dadurch ist ein Wirrwarr der Gefühle entstanden, in dem der Zuschauer nicht mehr wei゚, was Wahrheit und Fantasie ist. Doch wiedererkennen werden sie sich alle!


Regie/Konzept: Lukas Balthasar Pank

mit:

Deborah Paluch, Carolin Schneider, Hannah Manneke, Florian Brand, Jan Hendrik Witte, Meike Schmidt


Premiere: 20.06.2010 - 19.30 - ballhofeins - jungesschauspiel hannover

2010-03-22

"VOGELWOLKE" / Lyonel Feininger / 1926

Abhandlung #1


VOGELWOLKE
Lyonel Feininger

43.8 x 71.1 cm Öl a. Leinwand 1926

The Havard University Art Museum - Cambrige, Massachusetts



"Eins weiß ich heute schon, der Menschheit schenke ich eine neue Weltperspektive." 1914
Lyonel Feininger ist ein Maler, der zwischen zwei großen Stilrichtungen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts seine eigene Perspektive gefunden hat. Er verbindet futuristische Dynamik und die prismatische Auflösung des Kubismuses in seinen Naturstudien und schafft dadurch einen abstrakten Realismus. Seine Motive werden nicht komplett perspektivisch zerlegt, wie es im Kubismus der Fall ist. Feininger ordnet und gliedert seine Malerei und schafft durch Formgebung Ruhe.

Ein Paradebeispiel ist das oben aufgeführte Gemälde "VOGELWOLKE".
1924 kommt dieses Wolkenmotiv zum ersten Mal in einer Skizze vor. Lyonel Feininger hatte sich in seiner Schaffensphase am Bauhaus in die Ostsee verliebt und machte während dieser Zeit oft in Deep (Preußen) Urlaub. Dort begegnete ihm diese Wolkenkonstellation.
Die erste Skizze war eine geschwinde Bleistiftzeichnung, der kurz darauf eine aquarellierte Federzeichnung folgte. In diesen beiden Vorskizzen erkennen wir aber noch eine anderer Bildkomposition. Die Wolkenform ist identisch, doch sehen wir im linken Bildhintergrund noch einen Dühnenhang, der den Betrachter an Spaziergängern und einem Segelschiff vorbei zum Meer und Himmel führt.

In seiner finalen Version fehlen diese Elemente und er stellt nur noch eine Person in der linken Bildhälfte der Unendlichkeit des Meeres entgegen. Ein gelungener Effekt um der Wolke und der Tiefe des Meeres einen proportionalen Vergleich zu geben. Es scheint als würde die Person verlohren gehen in dieser Weite durch Meer und Himmel.
Nach diesem Grundaufbau erkennen wir sehr gut die oben beschriebenen stilistischen Eigenschafften Feiningers Malerei. Er zerlegt das Bild durch eine Linien- und Flächenführung, ohne aber die Komposition komplett zu abstrahieren und ihr somit den naturalistischen Ausdruck zu nehmen. Feininger ordnet, und gibt dem Betrachter dadurch die Möglichkeit eines rationalen Erfassens. Es versinkt aber nicht emontionaler Nüchternheit, wie wir es von anderen kubistischen Werken gewöhnt sind. Durch seine Farbgebung und beibehaltener Naturlichkeit, hat dieses Bild noch eine sehr hohe situative Betonung und vermittelt auf Grund der dunklen Farbführung des Meeres und der Silhouette der Person eine Trostlosigkeit und Bedrückung.

Nach diesem Sturm legt sich die See, der wolkenzerfurchte Himmel erstarrt und hinterlässt die "VOGELWOLKE".

Lukas B. Pank